Audio Insights – Mein Blog rund um Mixing, Produktion & mehr
In diesem Blog teile ich regelmäßig Tipps, Tricks und Erfahrungswerte aus über 14 Jahren Arbeit als Sound Engineer und Produzent. Ob du selbst produzierst, gerade erst einsteigst oder einfach neugierig auf professionelle Audiobearbeitung bist – hier findest du fundiertes Know-how, praxisnahe Anleitungen und kreative Impulse.
Mixing & Mastering Tipps
Podcast-Optimierung & Recording-Tricks
Technik-Setups & Workflow-Einblicke
Viel Spaß beim Lesen, Lernen und Ausprobieren!
Tipps & Tricks für bessere Aufnahmen
Es beginnt alles mit einer Idee.
1. Hintergrundgeräusche minimieren
Raumwahl: Nimm in einem möglichst stillen Raum auf, weit weg von Straßenlärm oder lauten Haushaltsgeräten.
Geräte ausschalten: Ventilatoren, Klimaanlagen und andere Geräte verursachen oft störendes Rauschen. Schalte sie nach Möglichkeit während der Aufnahme aus.
Improvisierte Schalldämmung: Teppiche, Vorhänge und Decken helfen, Hall und Reflexionen zu dämpfen. Es muss nicht immer teures Akustikmaterial sein – Kreativität zählt.
2. Die richtige Mikrofon-Technik
Abstand halten: Zu nah am Mikrofon kann zu Übersteuerungen oder störenden „Pop“-Geräuschen führen. Ein Abstand von ca. 10–15 cm ist oft ein guter Startpunkt.
Pop-Schutz verwenden: Ein Pop-Filter reduziert Plosivlaute („P“, „B“, „T“) und sorgt für einen angenehmeren Klang.
Mikrofonposition: Der Winkel zum Mikrofon kann je nach Stimme oder Instrument viel ausmachen. Nimm dir Zeit, um verschiedene Positionen auszuprobieren und den „sweet spot“ zu finden.
3. Raumakustik optimieren – auch ohne teures Equipment
Möbel & Textilien: Ein halbwegs eingerichteter Raum mit Vorhängen, Büchern oder Sofas klingt oft trockener und angenehmer als ein karger Raum mit kahlen Wänden.
DIY-Akustikelemente: Wer handwerklich begabt ist, kann günstige Absorber bauen. Dafür braucht man oft nur Holzrahmen, Dämmmaterial (z. B. Steinwolle oder Basotect) und etwas Stoff.
Reflexionen vermeiden: Positioniere das Mikro nicht direkt gegenüber harter Flächen (Fenster, Spiegel). So reduzierst du Flatterechos und Reflexionen.
4. Vorbereitung vor der Aufnahme
Equipment-Check: Bevor du auf den Aufnahmeknopf drückst, stelle sicher, dass alle Kabel richtig angeschlossen und die Pegel korrekt eingestellt sind.
Soundcheck: Mach immer einen kurzen Test, um sicherzugehen, dass Lautstärke und Klang passen. Dadurch merkst du frühzeitig, wenn etwas nicht stimmt.
Probe-Aufnahme: Ein kurzer Take vorab hilft, den Abstand und den Winkel zum Mikrofon festzulegen und sich stimmlich „einzugrooven“.
5. Nachbearbeitung nicht vergessen
EQ – generelle Richtwerte
Bitte beachte, dass jede Stimme einzigartig ist und jeder Raum anders klingt. Die folgenden Angaben sind nur grobe Orientierungspunkte für einen Sprach- oder Gesangsmix:
Low-Cut / High-Pass: Setze einen Filter bei ca. 70–100 Hz, um tieffrequentes Rumpeln oder Trittschall zu entfernen.
Klarheit in den Mitten: Wenn die Stimme im Bereich um 200–400 Hz zu „muffig“ wirkt, kannst du dort leicht absenken (etwa 2–3 dB).
Präsenz / Brillanz: Ein kleiner Boost von 2–3 dB um 4–5 kHz oder 8–10 kHz kann die Verständlichkeit verbessern und der Stimme mehr Glanz verleihen.
Kompressor – erste Anhaltspunkte
Ratio: Starte mit einer mäßigen Ratio von 2:1 oder 3:1.
Threshold: Lege den Threshold so, dass bei lauten Passagen eine moderate Reduktion von 3–6 dB erreicht wird.
Attack: Ein Attack von 10–20 ms lässt kurzzeitig die natürliche Dynamik durch, bevor die Kompression greift.
Release: 100–300 ms funktionieren oft gut, ohne dass es zu „Pump“-Effekten kommt.
(Achtung: Bei sehr dynamischen Stimmen oder Instrumenten können diese Werte stark variieren. Probieren geht über Studieren.)
Zusätzliche Tipps
Schnitt & Editing: Entferne Störgeräusche, Schnaufen oder lange Pausen.
Effekte gezielt einsetzen: Wenig Hall oder Delay kann Tiefe hinzufügen, zu viel macht den Mix schnell matschig.
Lautheit (für Podcasts): Für Podcasts oder Sprachaufnahmen kann ein Zielpegel bei etwa -16 LUFS (Loudness Units Full Scale) ein guter Orientierungspunkt sein, damit die Hörer*innen nicht permanent die Lautstärke anpassen müssen.
